Im Kabinenroller unterwegs

 

ROTENBURG/VISSELHÖVEDE (Oktober 2026). Mehr Unabhängigkeit, mehr Eigenständigkeit, mehr Selbstsicherheit – und zwar für Jonas Reinke. Seit vier Jahren hat er einen Außenarbeitsplatz beim Bauhof in Visselhövede. Und nun schaffte die Stadt extra für ihn einen E-Kabinenroller an!

Was ist eigentlich ein Außenarbeitsplatz und wie kam Jonas Reinke dazu? Die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen außerhalb der Wümme-Aller-Werkstätten ist eines der Hauptanliegen der Lebenshilfe Rotenburg-Verden. Daher laufen fortwährend Gespräche über Kooperationen mit Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts oder mit öffentlichen Einrichtungen. Außenarbeitsplätze dienen dazu, Menschen mit Beeinträchtigungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin arbeitet in einem Unternehmen, bleibt jedoch formal dem Werkstattbereich zugeordnet. Das ermöglicht, die Arbeitswelt außerhalb der Werkstätten kennenzulernen und dennoch von den Fachkräften der Lebenshilfe begleitet zu werden. Jonas Reinke war lange in der Gartengruppe der Lebenshilfe im Bereich Rotenburg tätig und wünschte sich den Sprung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Michael Pfingst, der bei der Lebenshilfe Rotenburg-Verden als Job-Coach tätig ist, suchte nach einem passenden Platz und kam mit der Stadt Visselhövede ins Gespräch – und dort wurde die Idee auf Anhieb positiv aufgenommen. So startete Jonas Reinke zunächst im Herbst 2021 mit einem Praktikum beim Bauhof, um zu schauen, ob die Zusammenarbeit von allen Seiten passt. Sie passte! Und so wurde die Einrichtung eines Außenarbeitsplatzes besiegelt.

Das war vor vier Jahren. Jonas Reinke gehört fest zum Team und erledigt gerne seine Aufgaben. Er fühlt sich wohl beim Bauhof. Da er mit seinem Führerschein aber kein „echtes“ Auto fahren darf, war er im Dienst immer auf das Mitfahren mit anderen angewiesen. Doch das hat nun ein Ende, denn die Stadt hat extra für Jonas Reinke einen Kabinenroller mit Pritsche angeschafft, der dazu sogar noch weiter ausgestattet wurde – etwa mit Rückfahrkamera. Und so ist es dem 30-Jährigen nun möglich, seinen Dienst ganz eigenständig zu erledigen und in der Stadt unterwegs zu sein. Etwa, um Rasenflächen zu pflegen, weitere Grünpflegearbeiten zu erledigen, Laub zu sammeln, Mülleimer zu entleeren. Ein großer Schritt für mehr Selbstständigkeit. Und seitens der Stadt ein großer Vertrauensbeweis und eine große Wertschätzung für Jonas Reinke, der sich riesig über sein Fahrzeug freut.

Und auch Jobcoach Michael Pfingst ist begeistert: „Das ist Inklusion, wie man sie sich wünscht.“ Genau wie Jonas Reinke freut er sich über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Visselhövede. Und natürlich mit dem Team des Bauhofes.

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Wibke Woyke
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit & Social Media